Sächsische Zeitung, 3. April 2006Presse06-04-3

Aufklärung zu Esel und Muli
Von Kerstin Fiedler

Nechern. In Kassel wurde jetzt die Noteselhilfe als Verein gegründet. Die Vorsitzende ist Heike Wulke vom Eselhof.

Die Gründungsversammlung der als Verein eingetragenen Noteselhilfe fand im Vorfeld der Mitgliederversammlung der Interessengemeinschaft der Esel- und Mulifreunde Deutschlands (Igem) statt. Die Not-eselhilfe will

Dorfspaziergang in Nechern: Heike Wulke macht ihn oft in Begleitung ihrer beiden Maultiere Lotte (links) und Herbert.Foto: Nikolai Schmidt 

Tiere vermitteln, die wegen privater Notlagen der Halter oder weil die Tiere aus schlechter Haltung beschlagnahmt wurden, einen neuen Besitzer suchen. Zudem soll Aufklärungsarbeit über die artgerechte Haltung von Eseln und deren speziellen Bedürfnissen geleistet werden. „Tierärzte, Hufpfleger und Tierschutzorganisationen kommen selten mit Eseln in Berührung. Die speziellen Bedürfnisse von Eseln, die sich von denen der Pferde unterscheiden, sind meist unbekannt. Da wollen wir informieren“, erklärt Heike Wulke, erste Vorsitzende der Noteselhilfe. Heike Wulke betreibt gemeinsam mit ihrem Mann in der Freizeit den Eselhof in Nechern. Schon in Ostsachsen engagiert sie sich sehr für diese Tierrassen.

Mit anderen Tierschutzorganisationen möchte die Noteselhilfe gerne kooperieren. „Uns liegt das Wohl der Tiere am Herzen. Gerne unterstützen wir da andere bei ihrer Arbeit“, so Heike Wulke. Über ein eigenes Tierheim verfügt die Noteselhilfe nicht. „Nur im äußersten Notfall können wir ein zu vermittelndes Tier vorübergehend bei einem unserer Mitglieder unterbringen“, berichtet die Vorsitzende.

Die Igem unterstützte die Not-eselhilfe, deren Gründungsmitglieder alle auch Mitglieder dieser Interessengemeinschaft sind, mit dem Startkapital für den neuen Verein. Für die Zukunft wird die Noteselhilfe auf Spenden und Mitgliedsbeiträgen angewiesen sein. Der Verein hat keine finanziellen oder wirtschaftlichen Interessen und arbeitet gemeinnützig.

Auf die Idee sind die Eselfreunde der Igem gekommen, weil sich bisher niemand für die betroffenen Tiere eingesetzt hat. Mit einem Verein besteht jetzt die Möglichkeit, deutschlandweit zu agieren. „Wir hoffen, dass weitere Interessenten zu uns stoßen“, sagt Heike Wulke.