
Von unserem Mitarbeiter Norbert Weinbach
Lorsch. "Süße Kätzchen abzugeben", das liest man hin und wieder in der Zeitung. Auch "liebevolle Hundewelpen suchen ein Zuhause" könnte von einem Tierheim stammen. "Esel vor dem Schlachter gerettet" findet man dagegen eher selten. Aber auch die Grautiere müssen hin und wieder vor allerlei Unbill gerettet werden.
Dafür gibt es in Deutschland den Verein "Noteselhilfe e.V.". So sucht die Lorscherin Pia Brunnengräber, Regionalvertreterin des Vereins, derzeit neue Besitzer für zwei zahme, kinderliebe Esel.
Jupiter, ein Wallach mit Stockmaß 1,15 Meter, ist vier Jahre alt und ein "Schmuggelesel". Das sind seltene Grautiere mit schwarzer Nase, die in manchen Regionen gerne als Lasttiere für Schmuggelware genutzt wurden, weil man sie nachts nur schwer erkennen kann.
Jupiters zwei Jahre alte Schwester Hella ist noch ein wenig kleiner und hat die für Esel typische helle Nase. Aufgewachsen sind die beiden bei einem Ehepaar im Odenwald. Das musste sie schweren Herzens abgeben, da es Probleme mit den Nachbarn gab und die Tiere nicht genug Auslauf hatten.
Jetzt sucht Pia Brunnengräber neue Besitzer für die beiden Tiere. Noch sind sie bei Irmgard Brunnengräber untergestellt und werden gepflegt und gefüttert. Doch sie sollen möglichst bald in die Hände liebevoller Tierfreunde abgegeben werden. Pia Brunnengräber, die selbst drei Esel hat, will Jupiter und Hella nicht zu den eigenen Tieren stellen, damit sie sich nicht an die "Herde" gewöhnen.
Die beiden Esel sind auch untereinander sehr anhänglich und sollen deshalb nur gemeinsam einem neuen Besitzer anvertraut werden.
Bei "Notesel e.V." kümmert man sich um jene Grautiere, die allzu gerne als "dumme Esel" bezeichnet werden. Meist sind damit aber Zweibeiner gemeint, denn Esel sind in Wirklichkeit gar nicht dumm. Sie haben ihren eigenen Kopf und wissen, was sie wollen. Zieht man junge Esel aber liebevoll auf und erzieht sie dabei, dann hat man an ihnen viel Freude.
Esel sind als Reittiere für Kinder und Erwachsene zu nutzen, man kann sie vor eine Kutsche spannen oder als Lasttiere verwenden. Auch bei Wandertouren haben sie sich bereits bewährt. Man kann Esel aber auch nur als "Haustier" halten, sich an ihnen erfreuen, mit ihnen schmusen, spazierengehen oder sie zum Spielkamerad der eigenen Kinder machen.
Wer sich für die Eselhaltung interessiert und ausreichend Platz und Zeit hat, um sich um die beiden jungen Tiere zu kümmern, kann sich mit Pia Brunnengräber in Verbindung setzen. Bei ihr gibt es alle notwendigen Informationen und Formalitäten, die den ordnungsgemäßen Besitzwechsel betreffen. Auch ein Besuchstermin kann vereinbart werden. Melden sollten sich aber nur ernsthafte Interessenten.
Bergsträßer Anzeiger
13. April 2007