Erschienen in:

02.12.2008
Esel sucht Mensch
Noteselhilfe vermittelt Esel in kompetente Hände
Veilchen mümmelt genüsslich an ihren Heucops. Die 30jährige Eselstute hat kaum
noch Zähne und muss deshalb fünf Mal täglich dieses Spezialheu bekommen.
Ansonsten ist die kleine Stute gesund und freut sich ihres Lebens. Mit ihrem
sanften Charme hat sie alle für sich eingenommen. Doch fünfmal täglich
Betreuung kann nicht jeder bieten und so wartet sie auf einer Pflegestelle der
Noteselhilfe, bis sich der oder die Richtige für sie findet. Auf der
Pflegestelle hat man das abgemagerte Tier schon gut aufgepäppelt, so dass
einer Vermittlung nichts mehr im Wege steht.
Benjamin, Veilchens fünfzehnjähriger Sohn hingegen hat ein ganz anderes
Problem: Er ist übergewichtig und muss vorsichtig abspecken, sonst ist er ganz
gesund. “Würden wir das Futter zu radikal kürzen, könnte er eine gefährliche
Stoffwechselerkrankung entstehen“, erklärt Beate Merz von der Noteselhilfe.
Die Muliexpertin hat die beiden Zwergesel in ihrem Hof aufgenommen und hofft,
dass sich bald neue Besitzer für die beiden finden.
Doch Veilchen und Benjamin sind nicht die einzigen Tiere, die die Noteselhilfe
zu vermitteln hat. Esel und Mulis unterschiedlichen Alters, Geschlechts und
unterschiedlicher Größe versucht die Eselschutzorganisation in die passenden
Hände zu vermitteln. „Wir suchen für unsere Tiere zuverlässige Menschen, die
in der Lage sind, sie artgerecht zu halten und auch bereit sind, sich die
nötigen Kenntnisse anzueignen.“ stellt Heike Wulke, Vorsitzende der
Noteselhilfe, klar. „Immerhin haben einige der Tiere schon ziemlich schlechte
Zeiten hinter sich und sollen nicht vom Regen in die Traufe kommen“.
Um das sicher zu stellen, besuchen Vertreter der Noteselhilfe die
Interessenten und beraten sie hinsichtlich der Unterbringung, Fütterung und
Haltung ihrer zukünftigen Esel. Heike Wulke berichtet dazu: „Wir achten auch
darauf, dass die Esel nicht alleine gehalten werden, mindestens ein Artgenosse
soll sie in Zukunft begleiten.“
Da Esel sehr leichtfuttrig sind, ist eine artgerechte Haltung nicht immer
einfach. Die meisten Weiden in Deutschland sind für Esel viel zu reichhaltig,
also muss die Fresszeit limitiert werden, Zudem reagieren Esel als Steppen-
und Wüstentiere recht empfindlich auf die feuchte Witterung in Deutschland.
„Man kann einen Esel nicht einfach auf so eine fette Weide stellen, sondern
muss schauen, dass er genug aber nicht zuviel Futter erhält, dass er trocken
untergebracht werden kann und auch, dass er die nötige Hufpflege und
medizinische Versorgung erhält“, stellt Wulke die Anforderung an Eselhalter
klar. Wer bereit ist, das zu erfüllen, kann sich auf das Zusammenleben mit
diesen charmanten Langohren freuen. Esel sind pfiffig und lernen schnell, eine
Kutsche oder einen Schlitten zu ziehen, ihre Menschen als Packtier auf
Wanderungen zu begleiten oder durch kleine Kunststücke zu erheitern.
Da Esel über 40 Jahre alt werden können, sollte die Anschaffung eines Esels
gut überlegt sein. „Wir hoffen, bald für alle unsere Schützlinge gute Plätze
zu finden. Gerne stehen wir auch nach der Vermittlung mit Rat und auch mit Tat
zu Seite. Wir wollen ja, dass es den Tieren auch langfristig gut geht“
verdeutlicht die Vorsitzende der Noteselhilfe.
Sollten Sie Interesse haben, einen Esel ein neues Zuhause geben wenden Sie
sich bitte an die Noteselhilfe:
Bankverbindung:
Noteselhilfe
Sparkasse Pforzheim
Kontonummer: 74 54 70 8
Bankleitzahl: 66 65 00 85
Die Noteselhilfe hat es sich zum Ziel gesetzt, schnelle Hilfe für Esel in
Not zu leisten. Sie arbeitet in Deutschland mit der Interessengemeinschaft für
Esel- und Mulifreunde in Deutschland e.V. (IGEM) zusammen und wird von dieser
unterstützt. Die Noteselhilfe berät Tierhalter über artgerechte Eselhaltung,
unterstützt in Notfällen und vermittelt Notesel und -Mulis in sachkundige
Hände. (pm)