Erschienen am 25. August 2009 in der Frankenpost.
Hier ein Link zum Original Presseartikel.
Rützenreuth - Heidi Gottwald aus Rützenreuth hat zwei Esel auf ihrem Rosenhof aufgenommen. Die Tiere kommen aus Tettau und wurden von ihren Besitzern misshandelt. Die Esel hat Heike Wulke, Vorsitzende der Noteselhilfe der Familie aus Rützenreuth vermittelt.
Der Hilferuf erreichte die Vorsitzende der Noteselhilfe Ende Juli. Zwei Esel, die sich beim ehemaligen Vorstand der Eselfreunde in Tettau befanden, bräuchten ein neues Zuhause, sonst müssten sie zum Schlachter. Heike Wulke handelte sofort und erfuhr, dass die Tiere gesund sind. Bei der Abholung nach vier Tagen kam aber anderes ans Tageslicht.
"Als wir nach Tettau kamen um die Esel abzuholen, war niemand von der einstigen Vereinsführung vor Ort. Wir bekamen die Tiere von einem Bauern ausgehändigt. Dabei stellte sich heraus, das beide Esel extrem verformte Hufe hatten", erzählt die Vorsitzende der Noteselhilfe. Sie hatten nach ihren Angaben mindestens vier bis fünf Jahre keinen Hufschmied mehr gesehen.
Keine Papiere und Nachweise
Weil die Hufe nicht gepflegt wurden, hat sich der gesamte Bewegungsapparat der Tiere verformt. Es gab weder Papiere noch Nachweise einer jemals durchgeführten tierärztlichen Behandlung.
Heike Wulke setze sich sofort ans Telefon und fand nach langer Suche mit der Familie Gottwald in Rützenreuth eine Pflegestation, welche die beiden fünf und acht Jahre alten Tiere aufnahm. "Ich bin überzeugt, dass die Esel hier in guten Händen sind, aber es war sehr schwierig, hier in der Gegend überhaupt eine Pflegestelle zu finden. Wir haben hier noch zu wenig Mitglieder", sagte Wulke. Die Tiere wurden nach ihrer Anlieferung auf dem Rosenhof sofort in tierärztliche Obhut gegeben und auch fachgerecht behandelt.
Heidi Gottwald ist froh darüber, dass es nach der Behandlung des Hufschmieds den Tieren mittlerweile wieder etwas besser geht. "Ich hoffe, dass mit der Zeit die Bänder und Sehnen an ihrem Bewegungsapparat wieder in die richtige Stellung gelangen und die beiden Esel wieder ein schmerzfreies Leben bei uns führen können. Wir werden sie auf jeden Fall behalten", sagt die Tierfreundin.
Artgerecht halten
Die Vorsitzende der Noteselhilfe, Heike Wulke, möchte hiermit auch einen Aufruf starten und die Bevölkerung sensibilisieren. "Schauen Sie sich bitte in Ihrer Umgebung um, ob vorhandene Tiere artgerecht gehalten werden und keine äußerlichen Erscheinungen zeigen, die auf eine Missbildung der Hufe schließen lassen."
Heike Wulke bietet Menschen, die Esel in Not finden, ihre Hilfe an: "Wenn sie bemerken, dass etwas nicht in Ordnung sein könnte, informieren Sie uns unverzüglich. Sie ersparen den Tieren dadurch eventuell unerträgliche Schmerzen. Wir kommen selbst und schauen uns die Tiere an."

Die Esel Klara und Mona hatten es schwer: Sie wurden jahrelang
vernachlässigt. Nachdem sie auf den Rosenhof der Familie Gottwald gekommen sind
und ihre Hufe vom Hufschmied korrigiert wurden, geht es wieder aufwärts. Bei den
Kindern erfreuen sie sich großer Beliebtheit. Foto: Fischer