Maultierwallach Kaschmiri

Kaschmiri hat schon einige Besitzerwechsel hinter sich. Die genaue 12jährige Geschichte ist uns leider nicht bekannt. Sicher ist nur, dass er bislang weder eine richtige Erziehung und Ausbildung genossen hatte noch Veranlassung hatte, dem Menschen zu vertrauen.

Er wurde von seinen letzten Besitzern, die absolut keine Erfahrung mit Equiden hatten, als sehr ängstlich, zurückhaltend, aber auch neugierig beschrieben. Er ist absolut nicht bösartig, kein Beißen und Schlagen.

Um überhaupt heraus zu finden, wie Kaschmiri drauf ist, wo seine Probleme liegen, haben wir uns entschlossen, ihn vorübergehend in einer Pflegestelle unterzubringen. Kaschmiri konnte hier lernen, dass Menschen ihm nichts Böses wollen, das Putzen gar nicht so schlimm ist und beim Hufegeben kein Bein abgerissen wird. Das alles konnte er zwar noch nicht genießen, aber er lernte, dass es so schlimm nicht ist. So konnte nach einiger Zeit auch der Zahnarzt ran, um die notwendige Behandlung durchzuführen. Mehr wollten wir ihm anfänglich nicht zumuten.

Es zeichnete sich ab, dass Kiri, wie er in der Pflegestelle liebevoll genannt wurde, sehr lange brauchen wird, um ganz entspannt den Umgang mit Menschen genießen zu können. Somit stellten wir natürlich an die neuen Besitzer ganz besondere Ansprüche und stellten uns darauf ein, dass sich die Vermittlung sehr lange hinziehen wird. Aber am Ende ging alles schneller als gedacht. Durch Zufall erfuhren Pony- und Pferdehalter aus der Lausitz von Kiri, schauten sich die Bilder und die Beschreibung an und stellten fest, dass dieser Kerl genau zu ihren Ponys passen würde.

Nachdem die Vorortbesichtigung positiv verlaufen ist, folgten sie einer Einladung auf den Eselhof nach Nechern, um erst einmal Kontakt mit Mulis aufzunehmen und die Unterschiede zu Ponys herauszufinden. Auch dieser Termin verlief äußerst positiv, entspannt und auch unterhaltsam, trieben doch die Necherner Mulis erstmal ihre eigenen Spiele mit den fremden Leuten. Die Interessenten haben bislang sehr viel Erfahrung mit verhaltensauffälligen Ponys aus zweifelhaften Haltungen, so dass der Sprung zum Muli nicht so groß ist. Nach diesem Termin stand ihre Entscheidung endgültig fest – sie werden Kaschmiri übernehmen.

Mittlerweile steht er seit fast 14 Tage in seinem neuen Stall, hält die Ponyherde auf Trab und geht mit seinen neuen Menschen schon spazieren. Er ist natürlich nach wie vor sehr vorsichtig, unternimmt aber ab und an schon selbst Annäherungsversuche. Die neuen Besitzer freuen sich auf die Herausforderung und sind einfach nur begeistert von Kaschmiri – Mensch und Tier glücklich.