Flächendeckend langanhaltender Winter in ganz Deutschland und die Notfall-Telefone glühen.
Esel, die nicht laufen möchten, verminderten Appetit haben, Rehe-Anzeichen zeigen. Aber kaum einer denkt daran, dass die Tiere auch im Winter an Hufrehe erkranken können.
Ursachen der Winter-Hufrehe
- Stoffwechselprobleme: Kälte beeinträchtigt die Durchblutung, was insbesondere bei Tieren mit ESM oder Cushing zu Durchblutungsstörungen in der Huflederhaut führen kann. Übergewichtige Tiere haben ein erhöhtes Risiko für Insulinresistenz, was Reheschübe begünstigt
- Frostgras: Auf gefrorenen Weiden kann Gras hohe Mengen an Fruktan speichern, was bei Futteraufnahme Rehe auslösen kann
- Vorgeschichte: Tiere mit früheren Reheschüben sind anfälliger
- Harte, gefrorene Böden: ungewohnt harte Böden können zu einer Belastungsrehe führen
- Reduzierte Bewegung: Kälte führt oft zu weniger Einsatzbereitschaft und Bewegung der Tiere. Bewegungslosigkeit kann die Durchblutung in den Hufen beeinträchtigen
Symptome der Winter-Hufrehe
- Deutlich fühlbare Pulsation am Fesselkopf, warme (nicht unbedingt heiße) Hufe
- Lahmheit, klammer Gang, steifes Gehen, verminderte Bewegungsdrang, Wendeschmerz
- Verminderter Appetit
Maßnahmen zur Behandlung
Tierarzt rufen!
Die grundsätzliche Behandlung erfolgt analog der „normalen“ Hufrehe-Behandlung, jedoch bei kälteindizierter Hufrehe:
- Hufe nicht kühlen, sondern wärmen!
- Tier warm eindecken, Gamaschen, Hufschuhe/Hufverbände zum Wärmen um die Durchblutung zu fördern
Vorbeugung
Rehegefährdete Tiere mit entsprechenden Vorbelastungen
- Warmhalten, um die Kältereaktionen des Körpers zu minimieren
- Hufschutz, um vor direktem Bodenfrost zu schützen
- Regelmäßige Bewegung zur Förderung der Durchblutung
- Hart gefrorene Koppeln und Ausläufe vermeiden
- Zuckerreduziertes Heu (Prüfung des Heus)
- Ausreichende Versorgung mit Mineralien und Aminosäuren

